Geschichte der Münchner Ziegeleien
Chronologische Aufarbeitung der Ziegelindustrie vom Mittelalter bis in die Gegenwart.
Die Stadt München produziert auf Haidhauser Grund 782.000 Mauersteine und 131.000 Dachziegel. Die Stadt hatte dort das Recht zur Lehmgewinnung erworben.
Lehm aus dem Münchner Osten wird für Kirchen, Schlösser und andere Bauten verwendet.
Auf einer Karte ist ein städtischer Ziegelstadel südlich von Haidhausen eingezeichnet; die Stadt besitzt dort Lehmabbauflächen.
Der Ziegel wird zunehmend zum wichtigsten Baumaterial Münchens.
Die große Ziegelei Widmann in Ramersdorf befindet sich seit diesem Jahr im Besitz der Familie Widmann.
Beginn einer starken Ausbreitung privater Ziegeleien. Sie liefern Ziegel für das schnell wachsende München.
Große Teile der bis zu vier Meter mächtigen Lehmschicht werden abgebaut – das sogenannte „Abziegeln“.
Die Eisenbahn erreicht München. Das löst zusammen mit der Industrialisierung einen enormen Bauboom aus.
Die Ziegeleien beginnen, dem Lehmabbau nach Norden zu folgen: von Ramersdorf/Berg am Laim über Bogenhausen bis Oberföhring und weiter Richtung Ismaning.
Anton Höchl errichtet neben seiner Ziegelei das Höchl-Schlössl. Das Baumaterial stammt aus zwei eigenen Ziegeleien.
Friedrich Hoffmann patentiert den Ringofen. Die neue Brenntechnik setzt sich auch in München durch und revolutioniert die Ziegelproduktion.
Blütezeit der Münchner Ziegeleien. Bevölkerungswachstum, Wohnungsbau und Industrialisierung erzeugen eine enorme Nachfrage.
Das Gemälde von Joseph Hahn dokumentiert die handwerkliche Arbeit in einer Lehmgrube.
Eine Ziegelei in der heutigen Flaschenträgerstraße wird aufgegeben.
Die Ziegelei Huber am Zeugnerhof wird stillgelegt.
Die Ziegelei Widmann produziert neben Mauersteinen auch Verblendziegel, Trottoirplatten und Kanalklinker.
Fritz Meyer gründet in Oberföhring eine Ziegelei. Er wird später Bürgermeister der Gemeinde.
Die Ziegelei Leibenger produziert Mauersteine.
Bei der Überwölbung des Eisbachs werden große Mengen Ziegel verbaut – Beispiel für den enormen Ziegelbedarf der Stadt.
Eine Ziegelei der Familie Sedlmair wird errichtet; sie bleibt bis 1934 in Betrieb.
Schriftliche Arbeitsordnung für italienische Ziegler einer Unterföhringer Ziegelei.
In Oberföhring existieren 14 Ziegeleien – Höhepunkt der Entwicklung im Münchner Nordosten.
Die Ziegelei August Haid produziert Mauersteine.
Die zum Zeugnerhof gehörende Ziegelei wird stillgelegt.
Italienische Saisonarbeiter aus dem Friaul stellen einen großen Teil der Arbeitskräfte.
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs dürfen italienische Arbeiter nicht mehr in Bayern arbeiten. Viele Ziegeleien kommen zum Stillstand.
Die Familie Haid übernimmt die spätere Ziegelei Josef Haid.
Ziegelei Leibenger stellt den Betrieb ein.
Luftbild zeigt die gewaltige Ausdehnung der Ziegelei Widmann mit zwei Brennöfen und großen Trockenschuppen.
Eine Ziegelei der Familie Rattenhuber in Englschalking stellt den Betrieb ein.
Nach dem Ersten Weltkrieg übernehmen zunehmend Arbeitskräfte aus der Münchner Umgebung die schwere Arbeit in den Ziegeleien.
Das Maschinenhaus der späteren Ziegelei Josef Haid wird errichtet.
Carl Maria Widmann stirbt bei einem Unfall; die Familie kann die Ziegelei während der Weltwirtschaftskrise nicht halten.
Die Ziegelei Widmann stellt den Betrieb ein.
Neu-Ramersdorf entsteht; auf Teilen des späteren Wohngebiets liegt noch die Ziegelei Welsch.
Auf dem Gelände der Ziegelei Widmann entsteht die Mustersiedlung Ramersdorf.
Die Mustersiedlung wird als Ausstellung eröffnet.
Die Ziegelei Sedlmair wird geschlossen.
Bau des Werks Agrob, der nördlichsten Ziegelei auf der Münchner Lehmzunge.
Nach Kriegsende werden auch ältere Ziegeleien nochmals stark ausgelastet, um den Wiederaufbau Münchens mit Ziegeln zu versorgen.
Letzte große Phase der Ziegelproduktion. Gleichzeitig werden Maschinen, Ziegelpressen und künstliche Trocknung wichtiger.
Neue Wohngebiete entstehen auf ehemaligem Ziegelland. Die Ziegeleien verschwinden zunehmend aus dem Stadtbild.
Die Sonderkonjunktur des Wiederaufbaus endet; Ziegel geraten zunehmend in Konkurrenz zu anderen Baustoffen.
Ziegelei Ellwanger, Werk I, produziert noch Mauersteine.
Die Ziegelei Josef Haid verarbeitet letztmals Lehm zu Mauersteinen.
In der Ziegelei Welsch wird ein neues Maschinenhaus mit Abschneider in Betrieb genommen – kurz vor dem Ende der örtlichen Ziegelproduktion.
Die denkmalgeschützte Ziegelei August Haid stellt den Betrieb ein.
Das Lehmvorkommen zwischen Ramersdorf und Unterföhring ist weitgehend ausgebeutet; die letzten Münchner Ziegeleien schließen.
Vollautomatische Ziegelwerke setzen sich technisch durch; die historischen Münchner Sommerziegeleien sind jedoch bereits Vergangenheit.
Der Ziegelbrennerbrunnen von Hans Osel erinnert an die italienischen Saisonarbeiter des Münchner Ziegelgewerbes.
Das Werk Agrob in Ismaning stellt den Betrieb ein; seit Mitte der 1970er Jahre wurden dort allerdings bereits keine Mauersteine mehr, sondern Fliesen produziert.
Von den zahlreichen Ziegeleien sind nur wenige bauliche Zeugnisse erhalten. Besonders bedeutend sind die erhaltenen Anlagen in Oberföhring.