Lotte Branz


Name Lotte Branz (geb. Harich)
geboren 5. 8. 1903 [Regensburg]
deportiert 0. 0. 0
gestorben 16. 7. 1987 [München]
Status Überlebender
Religion Christlich
Opfergruppe Politisch Verfolgte
Beruf Politikerin, SPD, Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime.
Straße Aignerstraße 3
Stadtbezirk 17. Obergiesing-Fasangarten
Art Stolperstein
Verlegung 13.09.2026
Inschrift

HIER WOHNTE
CHARLOTTE BRANZ
GEB. HARICH
JG. 1903
IM WIDERSTAND
NEU BEGINNEN
ÜBERLEBT

Wikipedia Lotte_Branz
Gedenkort für
							Lotte Branz

Biografie / Details

Lotte Branz, geborene Harrich, wurde 1903 in München geboren. Schon früh interessierte sie sich für Politik, Literatur und gesellschaftliche Fragen. In einer Münchner Jugendgruppe lernte sie ihren späteren Ehemann Gottlieb Branz kennen. Beide verbanden ihre sozialdemokratische Überzeugung und ihr Engagement für die Arbeiterbewegung. 1925 heirateten sie; 1926 wurde ihr Sohn Julian geboren.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 engagierte sich Lotte Branz gemeinsam mit ihrem Mann im sozialdemokratischen Widerstand. Das Ehepaar gehörte der Widerstandsorganisation „Neu Beginnen“ an. Lotte Branz übernahm dabei gefährliche Kurierdienste zwischen München und der Tschechoslowakei. Sie transportierte verbotene Schriften und Nachrichten und unterstützte Menschen, die wegen ihrer politischen Überzeugung oder ihrer Herkunft verfolgt wurden, bei der Flucht ins Ausland.

Die Widerstandstätigkeit war lebensgefährlich. Während Gottlieb Branz 1933 im KZ Dachau inhaftiert wurde und 1939 erneut verhaftet und nach Buchenwald gebracht wurde, musste Lotte Branz die Familie und den Lebensunterhalt weitgehend allein sichern. Nach der erneuten Verhaftung ihres Mannes stellte sie ihre aktive Widerstandstätigkeit ein.

Die Familie lebte seit 1928 in der Aignerstraße 3 in Obergiesing. Dort erinnert heute eine Gedenktafel an Lotte und Gottlieb Branz und ihren Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Nach 1945 stand Lotte Branz vor allem für die Erinnerung an den sozialdemokratischen Widerstand. Sie überlebte ihren Mann um 15 Jahre und starb 1987.

Lotte Branz gehört zu den vielen Frauen des Widerstands, deren Beitrag lange weniger bekannt war. Ihre Geschichte zeigt, dass Frauen im Widerstand nicht nur unterstützende Aufgaben übernahmen, sondern selbst Kuriere, Organisatorinnen und Helferinnen für Verfolgte waren.

Literatur