Die Mariensäule (leichte Sprache)
Reihe: Stadtgeschichte München
Staffel 8 · Folge 4 · Dauer: 04:45
Schlagworte: Mariensäule
Die Mariensäule in München
Die Mariensäule steht mitten in München.
Sie steht auf dem Marienplatz.
Ganz oben auf der Säule steht Maria.
Maria trägt das Jesuskind auf dem Arm.
Die Figur ist vergoldet.
Deshalb kann man sie schon von weitem sehen.
Die Mariensäule ist sehr alt.
Ihre Geschichte beginnt im Jahr sechzehnhundertzweiunddreißig.
Damals gab es einen großen Krieg.
Der Krieg heißt Dreißigjähriger Krieg.
Auch Bayern war vom Krieg betroffen.
Schwedische Soldaten kamen nach Bayern.
Sie besetzten auch München.
Der bayerische Kurfürst Maximilian der Erste hatte große Angst um seine Stadt.
Er bat Maria um Hilfe.
Er versprach:
Wenn München und Landshut verschont bleiben, will er ein besonderes Denkmal für Maria bauen.
Die Madonna auf der Säule ist noch älter.
Sie wurde schon im Jahr fünfzehnhundertdreiundneunzig geschaffen.
Der Künstler hieß Hubert Gerhard.
Die Figur war also schon etwa fünfundvierzig Jahre alt, als die Mariensäule gebaut wurde.
Vorher stand die Madonna viele Jahre in der Frauenkirche.
Im Jahr sechzehnhundertachtunddreißig kam sie auf die neue Mariensäule.
Im Jahr sechzehnhundertsiebenunddreißig begann der Bau.
Die Mariensäule wurde auf dem damaligen Schrannenplatz errichtet.
Heute heißt der Platz Marienplatz.
Am siebten November sechzehnhundertachtunddreißig wurde die Mariensäule feierlich geweiht.
Seit dieser Zeit steht Maria über dem Platz.
Die Mariensäule besteht aus mehreren Teilen.
Man kann sie von unten nach oben betrachten.
Ganz unten ist ein großer, quadratischer Sockel.
Dort befinden sich Wappen und Inschriften.
Und dort stehen auch die vier Heldenputti.
Der Sockel gehört zur Welt der Menschen.
Hier geht es um Stadt, Herrschaft und Geschichte.
An den Ecken des Sockels stehen vier kleine Engel.
Sie heißen Heldenputti.
Die Engel kämpfen gegen vier Tiere.
Eine Schlange.
Einen Basilisken.
Einen Löwen.
Und einen Drachen.
Die Engel besiegen die Tiere.
Die Darstellung gehört zu einem Satz aus der Bibel.
Dort heißt es:
Über Schlange und Basilisk wirst du schreiten.
Löwen und Drachen wirst du zertreten.
Damit wird gezeigt:
Das Gute besiegt das Böse.
Die vier Tiere hatten im siebzehnten Jahrhundert auch eine besondere religiöse Bedeutung.
Sie standen für Gegner der katholischen Kirche.
Diese Bedeutung gehört zur damaligen Zeit.
Über dem Sockel sieht man geflügelte Engelsköpfe.
Sie heißen Cherubim.
Sie befinden sich zwischen dem Sockel und der Säule.
Sie können als Übergang verstanden werden.
Unten ist die Welt der Menschen.
Oben beginnt die Welt des Himmels.
Die Säule ist hoch und schlank.
Sie besteht aus rotem Marmor.
Die Säule führt den Blick nach oben.
Ganz oben befindet sich ein kunstvoll verziertes korinthisches Kapitell.
Und darauf steht Maria.
Maria steht auf einer Mondsichel.
Sie trägt eine Krone.
In ihrer Hand hält sie ein Zepter.
Auf ihrem Arm trägt sie das Jesuskind.
Jesus hält eine Weltkugel mit einem Kreuz.
Maria wird hier als Himmelskönigin dargestellt.
Die Mondsichel erinnert an einen Text aus der Bibel.
Dort wird eine Frau beschrieben.
Sie steht auf dem Mond.
Sie trägt eine Krone.
In der christlichen Kunst wurde diese Frau mit Maria verbunden.
Darum gibt es viele Darstellungen von Maria auf einer Mondsichel.
Die Madonna ist vergoldet.
Gold erinnert an Licht und den Himmel.
Darum wirkt Maria besonders hell und kostbar.
Sie bildet den Höhepunkt der ganzen Säule.
Die Mariensäule kann man wie eine Geschichte lesen.
Unten ist die Welt der Menschen.
Darüber kämpfen die Engel gegen das Böse.
Dann zeigen die Cherubim den Übergang zum Himmel.
Die Säule führt den Blick immer weiter nach oben.
Und ganz oben stehen Maria und Jesus.
So entsteht ein Weg.
Von der Erde zum Himmel.
Von der Welt der Menschen zu Maria.
Die Mariensäule steht seit mehr als dreihundertachtzig Jahren auf dem Marienplatz.
Im Jahr neunzehnhundertsiebenundsechzig wurde sie wegen des Baus der U-Bahn abgebaut.
Im Jahr neunzehnhundertsiebzig wurde sie restauriert und wieder aufgestellt.
Heute ist die Mariensäule ein wichtiges Wahrzeichen von München.
Sie erinnert an die Geschichte der Stadt.
Und sie zeigt, wie Menschen vor mehr als dreihundertachtzig Jahren über Glauben, Schutz, Krieg und Frieden gedacht haben.
Die Mariensäule ist also nicht nur ein Denkmal.
Sie erzählt eine Geschichte.
Eine Geschichte von der Erde bis zum Himmel.