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Podcast

Die Mariensäule (Kinder)

Reihe: Stadtgeschichte München

Staffel 8 · Folge 3 · Dauer: 07:54

Die Mariensäule (Kinder)

Die Mariensäule in München

 

Die Mariensäule steht mitten in München. Sie ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

Aber warum wurde sie eigentlich gebaut?

Die Geschichte beginnt im Jahr sechzehnhundertzweiunddreißig.

Damals herrschte der Dreißigjährige Krieg. Schwedische Truppen kamen nach Bayern. Am siebzehnten Mai besetzten sie München.

Kurfürst Maximilian der Erste musste um seine Stadt fürchten. Nach der später überlieferten Überlieferung versprach er, ein religiöses Werk zu errichten, wenn München und Landshut verschont würden.

Doch es dauerte einige Jahre, bis aus diesem Versprechen ein Denkmal wurde.

Im Jahr sechzehnhundertfünfunddreißig kehrte Maximilian nach München zurück. Nun wurde überlegt, wie das versprochene Werk aussehen sollte.

Zunächst dachte man an eine kirchliche Stiftung. Doch dann entstand eine ganz andere Idee.

Mitten auf dem damaligen Schrannenplatz sollte ein großes öffentliches Denkmal entstehen.

Im Jahr sechzehnhundertsiebenunddreißig wurde mit den Vorbereitungen begonnen.

Und ein Jahr später war die Mariensäule fertig.

Am siebten November sechzehnhundertachtunddreißig wurde sie feierlich gesegnet.

Ganz oben auf der Säule steht Maria mit dem Jesuskind.

Diese Figur war allerdings schon viel älter.

Der Bildhauer Hubert Gerhard hatte sie bereits im Jahr fünfzehnhundertdreiundneunzig geschaffen. Ursprünglich war sie für das Grabmal von Herzog Wilhelm dem Fünften bestimmt.

Später stand die Madonna auf dem Hochaltar der Münchner Frauenkirche.

Im Jahr sechzehnhundertachtunddreißig bekam sie dann ihren neuen Platz auf der Mariensäule.

Wenn du die Mariensäule genau ansiehst, kannst du erkennen, dass sie aus mehreren Teilen besteht.

Unten befindet sich der schwere, quadratische Sockel.

Darauf steht eine hohe Säule aus rotem Marmor.

Und ganz oben befindet sich Maria.

Man kann den Aufbau auch als Weg vom Irdischen zum Himmlischen verstehen.

Unten ist die Welt der Menschen.

Oben ist die Welt des Himmels.

Besonders spannend sind die vier kleinen bronzenen Engel am Sockel.

Sie werden Heldenputti genannt.

Jeder von ihnen kämpft gegen ein gefährliches Wesen.

Da sind eine Schlange, ein Basilisk, ein Löwe und ein Drache.

Die Engel tragen Waffen und sind bereit zum Kampf.

Das ist kein Zufall.

Die vier Figuren stellen einen Vers aus dem Psalm neunzig beziehungsweise einundneunzig bildlich dar.

Dort heißt es sinngemäß:

Über Schlange und Basilisk wirst du schreiten.

Den Löwen und den Drachen wirst du zertreten.

Die vier Tiere stehen in der christlichen Bildsprache für das Böse.

Heute wird manchmal erzählt, die vier Tiere würden Hunger, Krieg, Pest und Unglaube darstellen.

Diese Erklärung findet sich tatsächlich in älteren Darstellungen der Mariensäule. Eine andere historische Untersuchung kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass die ursprüngliche Bedeutung stärker mit der Gegenreformation und den damaligen religiösen Auseinandersetzungen verbunden war.

Für Kinder kann man es ganz einfach sagen:

Die Engel kämpfen gegen das Böse.

Und sie zeigen, dass am Ende das Gute siegt.

Über den Heldenputti beginnt der eigentliche Aufstieg zur Säule.

An diesem Übergang befinden sich geflügelte Köpfe von Cherubim.

Sie markieren symbolisch den Übergang von der irdischen zur himmlischen Welt.

Dann steigt die hohe Marmorsäule nach oben.

Sie ist nach der korinthischen Ordnung gestaltet.

Diese Säulenordnung galt damals als besonders passend für Maria und die Gottesmutter.

Ganz oben steht Maria.

Sie trägt eine Krone.

In ihrer rechten Hand hält sie ein Zepter.

Auf ihrem linken Arm trägt sie das Jesuskind.

Das Kind hält eine Weltkugel mit einem Kreuz.

Damit wird gezeigt:

Jesus ist der Herr der Welt.

Maria wird als Himmelskönigin dargestellt.

Unter ihren Füßen befindet sich eine Mondsichel.

Das ist ein wichtiges Zeichen der Marienverehrung.

Maria steht auf der Mondsichel und scheint beinahe über der Erde zu schweben.

Auch ihr langes, offenes Haar ist gut zu erkennen.

Die gesamte Figur ist ursprünglich als freistehende Bronzeplastik geschaffen worden.

Besonders interessant ist die Krone.

Als die Madonna im Jahr sechzehnhundertachtunddreißig auf die Säule gesetzt wurde, erhielt sie eine neue Krone.

In dieser Krone wurden sogar wertvolle Reliquien aufbewahrt.

Dazu gehörten unter anderem ein halber Dorn aus der Dornenkrone Christi und Reliquien aus Maria Einsiedeln.

Das zeigt, dass die Mariensäule nicht einfach nur ein Denkmal war.

Sie war auch ein Ort religiöser Verehrung.

Schon bald kamen Menschen regelmäßig zur Mariensäule.

Sie beteten dort und sangen Litaneien.

Im Jahr sechzehnhundertneununddreißig musste der Freisinger Bischof diese Gebete sogar ordnen, weil verschiedene Gruppen dort eigene Litaneien sangen.

Auch die vier Laternen gehören zur Anlage.

Sie wurden zusammen mit der Balustrade ergänzt.

Am Abend konnten die Laternen angezündet werden.

So wurde die Mariensäule auch in der Dunkelheit zu einem weithin sichtbaren Zeichen.

Die Mariensäule war aber nicht nur ein religiöses Denkmal.

Sie hatte auch eine politische Bedeutung.

Sie stand mitten im Zentrum der Residenzstadt München.

Maria wurde als Schutzpatronin Bayerns dargestellt.

Und Maximilian der Erste zeigte damit zugleich seine enge Verbindung zum katholischen Glauben und zur politischen Ordnung seiner Zeit.

Die Mariensäule war deshalb ein Denkmal des Glaubens, aber auch ein Denkmal der bayerischen Geschichte.

Ihre Geschichte ging über viele Jahrhunderte weiter.

Im Jahr sechzehnhundertachtzig gründeten Münchner Bürger sogar eine religiöse Gemeinschaft, die an der Mariensäule für den Schutz der Stadt vor der Pest betete.

Im zwanzigsten Jahrhundert musste die Mariensäule einen großen Eingriff überstehen.

Im Jahr neunzehnhundertsiebenundsechzig wurde sie abgebaut.

Der Grund war der Bau der Münchner U-Bahn.

Doch die Mariensäule sollte nicht verschwinden.

Im Jahr neunzehnhundertsiebzig wurde sie wieder aufgestellt und feierlich eingeweiht.

Später wurde die Madonna restauriert und neu vergoldet.

Heute steht die Mariensäule wieder mitten auf dem Marienplatz.

Wenn du vor ihr stehst, kannst du ihre Geschichte von unten nach oben lesen.

Unten befindet sich der schwere Sockel.

Dort kämpfen die vier Heldenputti gegen Schlange, Basilisk, Löwe und Drache.

Darüber führen die Cherubim in die Höhe.

Die Marmorsäule steigt immer weiter nach oben.

Und ganz oben steht Maria mit dem Jesuskind.

So verbindet die Mariensäule Geschichte, Religion, Kunst und Politik.

Sie erzählt von einem Krieg.

Von einem Versprechen.

Von der Macht eines bayerischen Kurfürsten.

Von der Verehrung Marias.

Und von einer Zeit, in der Religion und Politik eng miteinander verbunden waren.

Wer heute die Mariensäule betrachtet, sieht deshalb nicht nur eine schöne Statue.

Er sieht ein Denkmal, das uns mehr als dreihundertachtzig Jahre Münchner Geschichte erzählt.


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